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Führen

Was heißt eigentlich “Führen” in diesem Zusammenhang. Führen bedeutet, dass der Hund auf einer Linie läuft, die der HF bestimmt und nicht irgendwie. Diese Linie sollte zwei Kriterien erfüllen:

1. Sie soll schonend und angenehm rund für den Hund sein und

2. Sie soll schnell sein. Meist ist der kürzeste Weg der schnellste, aber nur wenn es gelingt den Hund rund auf der Ideallinie zu führen. Wo dies nicht möglich ist, weil der HF die richtige Position nicht erreichen kann, oder weil der Hund eine bestimmte Technik nicht kann oder nicht gut kann, ist auch mal der längere Weg der bessere Weg.

Bei der Parcoursbegehung ist es deshalb wichtig, nicht nur die Reihenfolge der Hindernisse zu beachten, sondern zu bestimmen, auf welcher Linie der Hund laufen soll. Und hier ist, neben der richtigen Ausführung der Führtechnik, insbesondere die richtige Position (P) des HF von entscheidender Bedeutung.

Was heißt den Hund auf Linie bringen? Normalerweise gibt es in jedem Parcours für einen Hund (ist von Hund zu Hund im Zweifel durchaus verschieden) eine ideale Lauflinie. In der Beispielgraphik sieht man zwei Linien, eine durchgezogene und eine gestrichelte. Die durchgezogene ist eine mehr oder weniger ideale Linie, die man nur durch die entsprechenden Führtechniken erreicht, die gestrichelte Linie ist eine ungeführte Linie, bei der dem Hund nur die Hindernisse gezeigt werden. In der Regel wird der ungeführte Hund irgendwo Dis. gehen oder Stangen werfen, aber gesetzt den Fall er schafft den Parcours, wird er mindestens 15 m weiter gelaufen sein und dabei mindestens ca. 3 Sekunden (ein schneller Border Collie) verlieren. Das ist normalerweise dann kein platziertes Ergebnis mehr.

Grundsätzlich sollte man ereichen, dass der Hund vor dem Hindernis bereits die Chance hat, sich auf den weiteren Verlauf einzustellen. Dies bedeutet, dass das Führsignal für den weiteren Verlauf nach einem Hindernis bereits kommen muß, bevor der Hund z.B. bei einer Hürde abspringt und dazu gehört, dass der HF dies in der richtigen Position ausführt. Diese richtige Position ist in der Regel vor dem Hindernis, nicht neben und nicht hinter dem Hindernis. Es gibt hier Ausnahmen bei bestimmten Führtechniken, auf die im einzelnen dann hingewiesen wird.

Stellen

In diesem Zusammenhang ist der Begriff des “Stellens” von Bedeutung. Die moderne Theorie besagt zwar, dass der Hund lernen soll, auch ohne Stellen z.B. eng um einen Ausleger zu laufen. Dies kann man auch durch entsprechendes Training erreichen, aber nur wenn der Hund dazu körperlich überhaupt  in der Lage ist. Die Mehrzahl der Hunde schafft das nicht und deshalb ist das “Stellen” nach wie vor wichtig.

Stellen bedeutet, dass der HF z.B. bei einer Kehre (“Wrap”)durch die Wahl seiner Position den Laufweg des Hundes so beeinflußt, dass dieser rund und flüssig das Hindernis und den weiteren Weg bewältigen kann.

Das Video hat 6 Teile: Stellen, im Vergleich Außen (man beachte das rote Hütchen), Stellen mit Gegendrehen, dann Stellen, ohne Stellen nur im Kreis drehen und ohne Stellen auf den Ausleger zulaufen. Man beachte den unterschiedlichen Laufweg des Hundes.

Beim Stellen läuft der HF in etwa auf die Mitte des Sprunges (kleine Hunde nicht ganz so weit) auf Höhe der mittleren Farbe der Stange, bleibt aber vom Spung ca- 1 m seitlich weg. Kurz bevor der Hund auf Höhe des HF ist, fängt dieser an zu Drehen, aber  nicht zu schnell.

Häufige Fehler: Der HF läuft zu nah an den Sprung, der Hund macht ein Außen (beachte Laufweg HF innerhalb von dem roten Hütchen bei dem beabsichtigten Außen). Der HF dreht zu spät, der Hund macht ein Außen. Der HF dreht zu schnell, der Hund geht am Sprung vorne vorbei. Das Gegendrehen hilft bei Hunden, die sich schwer tun eng um den HF herum zu laufen, oder beim langsamen Drehen ungern mitdrehen. Die Führhand darf beim Gegendrehen nicht weggezogen werden, da der Hund dann im Zweifel nicht springt. In der zweiten Sequenz wird gezeigt, was mit dem Hundeweg passiert ohne Stellen. Der Hund springt in die falsche Richtung und läuft einen großen Bogen und muß im Zweifel nach dem Sprung wieder eingefangen werden (im Beispiel durch leichtes Gegendrehen).

An welche Stelle der HF laufen muß, wie schnell er Drehen muß, mit oder ohne Gegendrehen, hängt von der Anlaufsituation und dem Hund ab. Wie bei allen Dingen muß der HF ein Gefühl entwickeln.

Wechsel

Wechsel heißt, dass der Hund nach einem Hinderniss auf der anderen Hand läuft. Er wird also z.B. mit der rechten Hand zur Hürde geführt und soll nach dem Wechsel auf der linken Hand weiter laufen. Es gibt grundsätzlich 4 Wechseltypen: Belgier, Franzose, Weg oder klassischer Wechsel und Change.

Für alle Wechsel gilt, dass das Signal zum Wechsel kommen muß, bevor der Hund abspringt, damit der Hund schon vor dem Sprung Richtung und Galoppseite koordinieren kann. Wenn dies nicht der Fall ist, fallen häufig Stangen oder der Hund macht riesige Bögen, oder der Hund nimmt den Wechsel gar nicht mehr an oder dem Hund zieht es die Beine weg, weil er den Galoppwechsel nach dem Sprung machen muß. Für die einzelnen Wechsel siehe die separaten Seiten in Führtechnik 1 und 2.

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